Die Legende der Höllenbrut Friesenheim e.V

Vor vielen Jahrhunderten, als große Kathedralen aus Stein in den Himmel ragten und die Menschen noch an alte Mächte glaubten, wachten hoch oben an den Mauern seltsame Gestalten über die Welt: die Wasserspeier.
Tagsüber waren sie nur kalter Stein – groteske Fratzen mit Klauen, Hörnern und gefletschten Zähnen. Doch sobald die Nacht hereinbrach und der Mond über den Türmen stand, erwachten sie zum Leben.
Sie waren keine Dämonen – aber auch keine Engel.
Sie waren die Wächter zwischen den Welten.
Ihre Aufgabe war es, die Kathedralen zu beschützen und die bösen Geister fernzuhalten, die sich im Schatten der Städte sammelten. Mit ihrem höllischen Gelächter, ihrem wilden Tanz auf den Dächern und ihrem unheimlichen Blick hielten sie das Böse auf Abstand.
Doch mit den Jahrhunderten vergaßen die Menschen ihre Wächter.
Die Kathedralen wurden still, und die Wasserspeier verließen eines Nachts ihre steinernen Plätze.
Der Legende nach zog ein Teil dieser Kreaturen durch die Wälder und Täler des Schwarzwalds, bis sie schließlich in Friesenheim rasteten.
Dort fanden sie einen Ort voller Lärm, Feuer, Musik und närrischem Treiben – genau nach ihrem Geschmack.
So beschlossen sie, nicht mehr nur Wächter aus Stein zu sein.
Sie wollten unter den Menschen feiern, tanzen und ihre wilde Natur zeigen.
Seitdem erscheinen sie jedes Jahr wieder aus der Dunkelheit –
mit Hörnern, Fratzen und höllischem Gelächter.
Die Menschen gaben ihnen einen Namen:
Die Höllenbrut von Friesenheim.
Und wenn in der Fasnachtszeit die Trommeln dröhnen, die Masken erscheinen und die Nacht zum Tag wird, dann weiß man:
Die alten Wasserspeier sind zurückgekehrt –
nicht mehr aus Stein, sondern aus Fleisch, Feuer und närrischer Leidenschaft.

